Archiv der Kategorie: Theologie

(griech. telos = Ziel). Ein Seiendes, das ein es selbst konstituierendes Wesen (Natur) hat und doch zeitlich-geschichtlich ist (Anfang), also werden soll, was es ist, ist dadurch auf ein Ziel ausgerichtet: die Erreichung der im anfänglichen Wesen schon grundgelegten, eigenen Vollendung, die freilich in einem Wesen, das von geistiger Transzendenz und frei und so in echtem Sinn geschichtlich ist, nicht einfach als mechanisch oder biologisch in ihrer Konkretheit determiniert gedacht werden darf, sondern das unergründliche Geheimnis göttlichen und menschlichen Schöpfertums ist und sich erst im Ende enthüllt, nicht „vorhersagbar“ ist. Wo daher auf eine Wesenserkenntnis nicht in positivistischer Blindheit verzichtet wird, kann auch auf ein Verständnis eines Seienden von seiner Vollendung her, also auf Theologie, nicht verzichtet werden. Eschatologie ist dogmatische Theologie des ganzen Einen der gottgeschaffenen Wirklichkeit, der Menschheit und jeder einzelnen geistigen Person. Die Frage, ob und in welchem Sinn in der untermenschlichen (materiellen und biologischen) Wirklichkeit mit naturwissenschaftlichen Methoden Theologie zu erkennen ist, gehört in die Philosophie. Jedenfalls ist das Leben in der Biologie nicht verständlich beschreibbar, ohne zu Kategorien der Theologie zu greifen (Zweck usw.). kthW

Dr. Gion Darms – ein Philosophie-Lehrer fürs praktische Leben

In Memoriam Dominikanerpater Dr. Gion Darms († 13. Oktober 2014)

https://www.cjw.ch/Gion_Darms/Konzept.pdfDer frühere Professor am Kollegium Maria Hilf in Schwyz ist am Montag, 13. Oktober, im Alter von 84 Jahren gestorben. Als ehemaliger langjähriger Lehrer fürs Gynasialfach Philosophie hat der Dominikanerpater Dr. Gion Darms an der Kantonsschule Kollegium Schwyz (KKS) viele Skripte geschrieben, die manch einen seiner Schüler fürs ganze Leben geprägt haben. Daraus ist ein handliches Lesebuch für ein breites Publikum entstanden, das eine Einführung in philosophische Grundfragen, Logik, Kritik und in das Denken bedeutender Philosophen vermittelt. Es wiederspiegelt den für den legendären Lehrer Gion Darms typischen Sinn für Systematik und Klarheit in der Gedankenführung und vermittelt auch Dokumente und atmosphärische Eindrücke vom damaligen Unterricht. Dr. Gion Darms – ein Philosophie-Lehrer fürs praktische Leben weiterlesen

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt

Hintergrundbericht zum missverstandenen Thema ‚Kirchenamt für Frauen‘

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Papst Franziskus und Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der Glaubenskongregation

Sollte die katholische Kirche ein neues Amt einrichten für Frauen – etwa das der Gemeindehelferin? Oder sollten Frauen sogar Diakon werden können, ohne sakramentale Weihe oder mit einer Weihe? Die Debatte ist nach einer Äußerung von Erzbischof Robert Zollitsch von Freiburg aufgekommen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hatte an diesem Wochenende [Anm. d. R.: 27./28. April 2013] Schlussfolgerungen aus der Diözesanversammlung seines Erzbistums gezogen. Und dabei erklärte er, er werde für ein spezifisches Diakonenamt für Frauen eintreten. Das dreistufige Weiheamt in der Kirche steht nur Männern offen: Diakon, Priester, Bischof. Zollitsch hat klargemacht, dass es ihm nicht um die Öffnung des bestehenden Weihe-Diakonats für Frauen geht, sondern um ein Amt anderer Art.

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Auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muß und nicht beliebig manipulieren kann

Bundestagsrede von Papst Benedikt XVI. in Deutschland am 22. September 2011

Em. Papst Benedikt XVI.Sehr geehrter Herr Bundespräsident! Herr Bundestagspräsident! Frau Bundeskanzlerin! Frau Bundesratspräsidentin! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Es ist mir Ehre und Freude, vor diesem Hohen Haus zu sprechen – vor dem Parlament meines deutschen Vaterlandes, das als demokratisch gewählte Volksvertretung hier zusammenkommt, um zum Wohl der Bundesrepublik Deutschland zu arbeiten. Dem Herrn Bundestagspräsidenten möchte ich für seine Einladung zu dieser Rede ebenso danken wie für die freundlichen Worte der Begrüßung und Wertschätzung, mit denen er mich empfangen hat. In dieser Stunde wende ich mich an Sie, verehrte Damen und Herren – gewiß auch als Landsmann, der sich lebenslang seiner Herkunft verbunden weiß und die Geschicke der deutschen Heimat mit Anteilnahme verfolgt.

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