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Katechesen von Papst Franziskus über Ehe und Familie

Die Kirche muss das Gottesvolk in Reflexion über die Familie und Gebet begleiten

Papst Franziskus mit Kind (Graustufen)An seinem 78. Geburtstag empfing Papst Franziskus abertausende Gläubige unter strahlend blauem Himmel und Sonnenschein auf dem Petersplatz zur Generalaudienz. Er verwies auf die Familiensynode, die im Oktober 2014 im Vatikan stattgefunden hatte. Auf dem Weg, den die Synodenväter beschritten, müsse sie das ganze Gottesvolk in Reflexion und Gebet begleiten. In der ersten Katechese mit dem Thema Familie befasste sich der Heilige Vater mit der Familie von Nazareth. Das nahende Weihnachtsfest erinnere an die Fleischwerdung Jesu. Er sei wie ein Sohn in eine Familie, die Gott selbst geschaffen habe, geboren worden. 30 Jahre habe Jesus in Nazareth gelebt, ohne zu predigen oder Wunder zu wirken.  Papst Franziskus beschrieb das familiäre Leben von Maria, Josef und Jesus. Jede christliche Familie, bekräftigte der Heilige Vater, könne Jesus in ihrer Mitte aufnehmen und so die Welt verbessern. Das sei die Mission der Familie.

Übersicht aller Katechesen

 Nr.

 Datum

 Thema/Lesezeichen

01 17.12.2014 Nazareth – Der Weg Jesu begann in einer Familie
02 07.01.2015 Die Mutter – Wir sind keine Waisen, sondern Kinder der Kirche
03 28.01.2015 Der Vater (1) – Die Abwesenheit der Vaterfigur schafft Wunden, die sehr schwer sein können
04 04.02.2015 Der Vater (2) – Ein guter Vater versteht es, zu warten und aus ganzem Herzen zu vergeben
05 11.02.2015 Kinder sind kein Besitz der Eltern
06 18.02.2015 Das Versprechen der Geschwisterlichkeit
07 04.03.2015 Die Grosseltern – das Alter ist keine Krankheit
08 11.03.2015 Das Gebet der Großeltern und älteren Menschen ist ein grosses Geschenk für die Kirche
09 18.03.2015 Kinder – Von den Kindern lächeln und weinen lernen
10 25.03.2015 Das Band zwischen Kirche und Familie ist heilig und unauflöslich
11 08.04.2015 Wir alle sind für Wohl der Kinder verantwortlich
12 15.04.2015 Das Sakrament der Ehe — Mann und Frau als Ebenbild Gottes
13 22.04.2015 Der Mann kann sich nur in der Frau wiedererkennen
14 29.04.2015 Der Mann und die Frau, die lieben – Das ist das Meisterwerk!
15 06.05.2015 Die Ehe, ein Akt großer Liebe und tiefen Glaubens, ist ein Sakrament
16 13.05.2015 Beendet den Tag in eurer Familie nie, ohne euch wieder zu versöhnen
17 20.05.2015 Vater und Mutter sollen gut voneinander sprechen
18 27.05.2015 Das Bündnis der Liebe zwischen Mann und Frau wird nicht aus dem Stegreif geschlossen
19 03.06.2015 Der Krieg ist die Ursache aller Armut, dennoch gründen Menschen eine Familie als Säule irdischen Lebens
20 10.06.2015 Fürsorge für Kranke in der Familie ist heldenhaft
21 17.06.2015 Der Verlust eines Kindes ist eine herzzerreißende, erschütternde Erfahrung
22 24.06.2015 Familie ist nicht automatisch heile Welt – Verletzung und Beleidigung
 SOMMERPAUSE
23 05.08.2015 Sie sind nicht exkommuniziert, sie sind ein Teil der Kirche
24 12.08.2015 Feiertag ist nicht faul herumhängen, sondern dankbar sein
25 19.08.2015 Arbeit ist heilig, Arbeit gibt einer Familie Würde
26 26.08.2015 Das Gebet sprudelt aus der Vertrautheit mit dem Wort Gottes
27 02.09.2015 Der Geist Gottes lässt Blumen in der Wüste entstehen
28 09.09.2015 Kirche muss stets ein offenes Haus sein
29 16.09.2015 Für einen neuen Bund zwischen Mann und Frau
30 07.10.2015 Zwischen Kirche und Familie besteht eine tiefe unauflösliche Beziehung
31 14.10.2015 Die Familie zu verteidigen heißt die Menschheit zu schützen
32 21.10.2015 Keine andere Schule kann uns die Wahrheit der Liebe besser vermitteln als die Familie
33 04.11.2015 Die Familie ist eine Schule für das gegenseitige Geben und Verzeihen
34 11.11.2015 Die Familie bringt ihre Liebesgemeinschaft in der Feier der Eucharistie mit ein

Zu den Hinweisen

1. Katechese: Nazareth – Der Weg Jesu begann in einer Familie

Gebet und Reflexion sollen die ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode begleiten, die im Herbst 2015 im Vatikan zum Thema Ehe und Familie stattfinden soll. In seiner Katechese ging der Papst auf das nahende Weihnachtsfest und die Menschwerdung Gottes ein. Die Heilige Familie sei ein Modell für Familie heute.

2. Katechese: Die Mutter – Wir sind keine Waisen, sondern Kinder der Kirche

So zentral die Rolle der Mutter in der Gesellschaft ist: Sie wird wenig wertgeschätzt und wenig gefördert. Darauf hat Papst Franziskus an dieser Generalaudienz hingewiesen. Mütter seien andauernder Doppelbelastung ausgesetzt, sie erlebten ein fortwährendes „mütterliches Martyrium“, zitierte Franziskus den salvadorianischen Erzbischof Oscar Arnulfo Romero. Am Ende seiner Katechese bedankte sich Franziskus bei allen Müttern für ihr Wirken in der Familie, in der Kirche und in der Welt.

 3. Katechese: Der Vater (1) – Die Abwesenheit der Vaterfigur schafft Wunden, die sehr schwer sein können

Die Abwesenheit der Väter ist eines der schlimmsten Probleme unserer Zeit. Darauf verwies der Papst an dieser Generalaudienz in der Aula Paolo VI im Vatikan. Vor tausenden Pilgern und Besuchern ging Franziskus in seiner Katechese auf die Rolle der Väter in der Familie ein. Diesmal wolle er die Probleme aufzeigen, nächste Woche werde er dann die „schönen Seiten“ der Vaterschaft präsentieren, kündigte er an.

 4. Katechese: Der Vater (2) – Ein guter Vater versteht es, zu warten und aus ganzem Herzen zu vergeben

Papst Franziskus hat bei der dieser Generalaudienz dort angesetzt, wo er bei der letzten endete: mit der Reflexion über die Relevanz der Vaterrolle. Letzte Woche hatte er die Abwesenheit der Väter als eines der größten Probleme unserer heutigen Gesellschaft bezeichnet. Ein guter Vater solle präsent, aufmerksam sein, vergeben und belehren können, ohne die Kinder zu erniedrigen.

5. Katechese: Kinder sind kein Besitz der Eltern

Kinder sind ein Geschenk, kein Problem der Reproduktionsbiologie, und auch kein Mittel zur Selbstverwirklichung. Das hat Papst Franziskus bei der Generalaudienz gesagt. In seiner Katechesenreihe zur Familie ging der Papst in dieser Woche vom Thema der Elternschaft auf das der Nachkommenschaft über.

6. Katechese: Das Versprechen der Geschwisterlichkeit

In seiner in italienischer Sprache gehaltenen Rede setzte Papst Franziskus seine Katechesenreihe über die Familie fort und sprach über die Bedeutung des Geschwisterseins. Nach einer Zusammenfassung seiner Worte in verschiedenen Sprachen rief der Papst die Pilger zum Gebet für die in Libyen ermordeten koptischen Christen und den Frieden im Mittleren Osten und Nordafrika auf. Die Generalaudienz endete mit dem Gesang des „Vater Unser“ und dem Apostolischen Segen.

7. Katechese: Die Grosseltern – das Alter ist keine Krankheit

Papst Franziskus widmete die Generalaudienz an diesem Mittwoch, 4. März 2015 den Großeltern und den Senioren. Er appellierte an die Gesellschaft, Platz zu schaffen für die älteren Menschen, die er als „Weisheitsreserve“ bezeichnete. Auch kritisierte Franziskus die sich immer verschärfende Mentalität des Wegwerfens, die gerade die Schutzbedürftigen ausschließe; viele Menschen verhielten sich so, weil sie selbst Angst davor hätten, eines Tages schutzbedürftig zu werden.

8. Katechese: Das Gebet der Großeltern und älteren Menschen ist ein großes Geschenk für die Kirche

Papst Franziskus hat die alte Prophetin Anna als „erste Predigerin über Jesus“ gewürdigt. In seiner Katechese bei der Generalaudienz über den spirituellen Reichtum alter Menschen erinnerte Franziskus an diesem Mittwoch an die Stelle aus dem Lukas-Evangelium (Lk 2,29-32), als die beiden Alten Simeon und Anna im Jerusalemer Tempel dem neugeborenen Jesus begegnen. Die beiden hatten „keine wichtigeren Aufgaben als diese: auf den Herrn warten und beten“, so der Papst. Simeon sei in dieser Begegnung zum Dichter geworden, Anna zur „ersten Predigerin“ über Jesus: Sie „sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten“, zitierte Franziskus die Schrift.

9. Katechese: Kinder – Von den Kindern lächeln und weinen lernen

Kinder erinnern uns daran, dass jeder von uns in jedem Augenblick auch Sohn oder Tochter Gottes ist. Das hat Papst Franziskus am Mittwoch, 18. März 2015 bei der Generalaudienz vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz gesagt. „Auch wenn jemand selbst Mutter oder Vater wird, wenn er – oder sie – alt wird, oder eine Stelle mit viel Verantwortung übernimmt: die Identität als Sohn oder Tochter liegt allem zugrunde“, so der Papst. Mitunter lebten wir, als seien wir Herren unserer Existenz, „aber in Wirklichkeit sind wir radikal abhängig“ – und das sei schön, fuhr Papst Franziskus fort: „Es ist Anlass zu großer Freude, wenn wir spüren, dass wir in jedem Lebensalter, in jeder Situation, Söhne und Töchter sind und bleiben.“

10. Katechese: Das Band zwischen Kirche und Familie ist heilig und unauflöslich

„Alle sollen wir für die Bischofssynode beten. Denn weiter hilft uns nicht das Gerede, sondern das Gebet.“ Das betonte der Papst am Mittwoch, 25. März 2015 bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz. Franziskus rief zu einer Gebetsinitiative bis zum nächsten Oktober auf. Vor mehreren tausend Menschen, die im strömenden Regen ausharrten, erinnerte er zunächst an das Fest Verkündigung Jesu an Maria, das die Kirche an diesem 25. März – genau neun Monate vor Weihnachten – begeht. „Der Erzengel Gabriel besucht das demütige Mädchen von Nazareth und kündigt ihm an, dass es empfangen und den Sohn Gottes gebären wird… Das ist sehr schön: Es zeigt uns, auf wie tiefe Weise das Geheimnis der Inkarnation, so wie Gott sie gewollt hat, nicht nur die Empfängnis im Bauch der Mutter, sondern auch die Aufnahme in eine echte Familie bedeutet.“

11. Katechese: Wir alle sind für Wohl der Kinder verantwortlich

Ein ausgestoßenes und auf der Straße lebendes Kind ist „eine Beleidung gegen Gott“. In seiner Mittwochskatechese bei der Generalaudienz ging Franziskus in seiner Reihe über die Familie auf die Rolle der Kinder in der Gesellschaft ein. Franziskus sprach vor allem über die Verantwortung aller gegenüber „den jüngsten Mitgliedern“ der Gesellschaft. Jeder sei für sie verantwortlich. Niemand dürfe Kinder „ablehnen“. „Es gibt sogar Eltern, die es bereuen, Kinder zu haben. Solche Worte sind eine Schande!“, so der Papst. Politik und Gesellschaft müssten Eltern und allgemein Familien so gut es geht unterstützen, rief der Papst auf. Konkret heißt das: Eltern müssen auch Erholungsmomente haben.

12. Katechese: Das Sakrament der Ehe — Mann und Frau als Ebenbild Gottes

Der Papst setzte in seiner heutigen Katechese die Themenreihe „Familie“ fort und befasste sich mit dem Thema der Ehe, das er auch während der nächsten Generalaudienz behandeln wird. Der Herr habe mit der Schöpfung des Menschen ein Meisterwerk geschaffen. Von allen Geschöpfen seien allein Mann und Frau nach dem Ebenbild Gottes geschaffen, so Papst Franziskus. Die moderne Kultur habe neue Freiheiten, aber auch gleichzeitig viele Zweifel und Unsicherheiten geschaffen. Die Aufhebung des Unterschieds zwischen Mann und Frau führe zu Problemen. Mann und Frau seien einander ergänzende Wesen, sie müssten miteinander sprechen, sich besser kennenlernen und einander zuhören. Gott habe seine Schöpfung Mann und Frau anvertraut. Es stehe außer Frage, dass mehr für die Rechte der Frau getan werden müsse. Bereits zu Zeiten Jesu sei die Frau als „mächtiges Licht“ betrachtet worden.

13. Katechese: Der Mann kann sich nur in der Frau wiedererkennen

Papst Franziskus führte aus, dass der Mann sich nur in der Frau wiederspiegeln und wiedererkennen könne. Vor der Erschaffung der Frau sei der Mann einsam gewesen. Mann und Frau ergänzten sich. Die Frau sei wie der Mann eine Erschaffung Gottes. Um die Liebe in einer Frau zu finden, um eine Frau zu finden, müsse der Mann erst von ihr träumen, erklärte der Papst unter dem Applaus der Gläubigen. Die Sünde schaffe Misstrauen und Trennung von Mann und Frau. Papst Franziskus sprach sich gegen patriarchalische Gesellschaftsstrukturen und den Frauenhandel aus. Anschließend ging der Papst auf die Bedeutung der Ehe ein und forderte dazu auf, wieder Ehe und Familie wertzuschätzen. Gott sei voller Zärtlichkeit für Mann und Frau, die er wie ein Vater beschütze. Abschließend bat Papst Franziskus alle um Gebete für die Familien in schwierigen Situationen, da die Familie das Fundament der Gesellschaft bilde.

14. Katechese: Der Mann und die Frau, die lieben – Das ist das Meisterwerk!

Gott habe mit der Erschaffung von Mann und Frau ein Meisterwerk geschaffen. Jesus habe seine ersten Wunder anlässlich der Hochzeit von Kanaan vollbracht und somit gezeigt, dass die Familie das Meisterwerk der Gesellschaft sei. Papst Franziskus ging anschließend auf die Entwicklung unserer Gesellschaft ein, in der immer weniger Menschen, vor allem junge, bereit seien zu heiraten, die Zahl der Trennungen und Scheidungen steige und die Geburtenzahlen rückläufig seien. Man müsse vor allem der Frage nachgehen, weshalb gerade junge Menschen sich vor einer dauerhaften Bindung wie der Ehe scheuten und stattdessen eine Lebensgemeinschaft vorzögen. Der Papst führte wirtschaftliche Probleme als möglichen Grund an und kritisierte scharf das Argument, die Frauen seien zu emanzipiert. Man dürfe den Frauen nicht die Schuld geben, sondern müsse sie vielmehr verteidigen. In Wirklichkeit halte die meisten die Angst vor dem Scheitern davon ab, eine Ehe einzugehen. Das Sakrament der Ehe schütze das Band zwischen Mann und Frau, die gleichberechtigt seien und sich gegenseitig ergänzten. Papst Franziskus sprach das Thema der Gleichberechtigung der Frau in der Arbeitswelt an und kritisierte die Ungleichbehandlung der Frau. Abschließend erklärte der Papst, Christen heirateten nicht nur für sich, sondern zum Wohl der ganzen Gesellschaft.

15. Katechese: Die Ehe, ein Akt großer Liebe und tiefen Glaubens, ist ein Sakrament

Die Ehe ist nicht nur etwas, was in der Kirche geschlossen wird, sie macht in gewisser Weise erst die Kirche. Das sagte Papst Franziskus am Mittwoch, 6. Mai 2015 bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. In seiner Katechesenreihe über das Thema Familie ging Franziskus ein weiteres Mal auf das Sakrament der Ehe ein.

„Es ist nicht einfach eine Zeremonie in einer Kirche, mit Blumen, schicker Kleidung, Fotos … Die christliche Ehe ist ein Sakrament in der Kirche, aber es macht auch die Kirche, es beginnt eine neue Familien-Gemeinschaft.“

Dazu komme das, was der Apostel Paulus lehre: die Liebe der Eheleute sei ein Zeichen der Liebe zwischen Christus und seiner Kirche. Ein „undenkbares“ Bild, aber eingeschrieben in die Schöpfung, wie der Papst betonte, „mit der Gnade Christi leben das unzählige christliche Paare und lassen es bei aller ihrer Schwachheit wirklich werden.“

16. Katechese: Beendet den Tag in eurer Familie nie, ohne euch wieder zu versöhnen

„Darf ich?“, „Danke“ und „Entschuldigung“, diese Worte zähle man gewöhnlich zum Bereich der guten Erziehung, überlegte der Papst. Das sei ja auch ganz richtig so; allerdings könne gute Erziehung auch zu einem bloßen „Formalismus der guten Manieren“ und damit zu einer „Maske“ werden, „hinter der sich die Trockenheit der Seele und das Desinteresse am anderen verstecken“. „Noch nicht einmal die Religion ist vor diesem Risiko gefeit, das die formale Observanz in spirituelle Weltlichkeit abrutschen lässt. Der Teufel, der Jesus versucht, zeigt gute Manieren, er ist ein richtiger Herr, ein Ritter! Und er zitiert auch die Heilige Schrift, sodass man ihn glatt für einen Theologen halten könnte. Sein Stil scheint korrekt, aber seine Absicht ist es, von der Wahrheit der Liebe Gottes wegzulocken.“

Zurück zur Familie, zurück zu den drei Zauberworten. „Darf ich?“, zunächst: Das stehe dafür, dass man nicht einfach in das Leben eines anderen eindringen und darüber verfügen könne. Jesus selbst sage ja in aller Diskretion in der Offenbarung des Johannes: „Ich stehe vor der Tür und klopfe an…“ (Offb 3,20). „Sogar der Herr bittet um die Erlaubnis, hereinkommen zu dürfen! Vergessen wir das nicht, und halten wir es in der Familie ebenso. Mit einer wirklich gut erzogenen Sprache, die aber voller Liebe ist. Das tut den Familien so gut!“

Zweites Zauberwort: „Danke“. Vielen gelte es als Schwäche, sich bedanken zu müssen, dabei sei eigentlich das Gegenteil der Fall, so Papst Franziskus. „Wir sollten bei der Erziehung zur Dankbarkeit nicht mit uns reden lassen, denn die Menschenwürde und die soziale Gerechtigkeit gehen beide von hier aus! Wenn das Familienleben diesen Stil vernachlässigt, dann wird er auch im sozialen Leben verloren gehen. Außerdem gehört die Dankbarkeit für einen Gläubigen ins Herz seines Glaubens: Ein Christ, der sich nicht bedankt, ist jemand, der die Sprache Gottes vergessen hat.“

Das dritte Wort: „Entschuldigung“. Auch dieses legte der Papst nicht nur den Familien von heute ans Herz, sondern brachte es auch mit dem Glauben in Verbindung. „Nicht von ungefähr finden wir im Gebet, das Jesus uns gelehrt hat, dem Vaterunser, diesen Ausdruck: ‚Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern’ (Mt 6,12). Zugeben, dass man einen Fehler gemacht hat, und bereit sein, neu anzufangen, das macht einen der Vergebung würdig, und so wird die Infektion gebremst. Wenn wir nicht imstande sind, um Entschuldigung zu bitten, dann sind wir auch nicht fähig, (selbst anderen) zu vergeben.“

17. Katechese: Vater und Mutter sollen gut voneinander sprechen

Mit den Worten „Guten Morgen an all die vielen Familien am Petersplatz!“ begann Papst Franziskus am Mittwoch, 20. Mai 2015 seine Generalaudienz für rund 40.000 Gläubige im Vatikan. Im Rahmen seiner Katechesenreihe über die Familie ging er diesmal auf den Aspekt der Erziehung ein; der frühere Lehrer an Jesuitenschulen betonte drei Punkte, die aus seiner Sicht für eine gute Erziehung nötig sind: Liebe, Feingefühl und Geduld. In unseren Zeiten sei Erziehen nicht einfach, räumte er ein: Viele Eltern bekämen ihre Kinder erst am Abend zu Gesicht, und dann seien sie allesamt müde. Kinder von getrennten Eltern hätten mit noch mehr Problemen zu kämpfen. Papst Franziskus bat getrennte Eltern eindringlich, ihre Kinder nicht in ihrem Streit zu instrumentalisieren: „Ihr seid aus vielen Gründen getrennt. Das Leben hat euch vor diese Herausforderung gestellt. Aber es sind nicht die Kinder, die Schwierigkeiten in diese getrennte Lebenssituation bringen! Die Kinder sollten nicht als Geiseln benutzt werden, um den anderen Partner zu erpressen! Die Kinder sollen die Mutter und den Vater gut über den anderen Partner sprechen hören, auch wenn diese nicht mehr zusammen sind!“

18. Katechese: Das Bündnis der Liebe zwischen Mann und Frau wird nicht aus dem Stegreif geschlossen

Früher war nicht alles besser, auch beim Thema Ehe nicht. Bereits zum 16. Mal sprach der Papst bei einer Generalaudienz zum Thema Familie, und er erteilte en passant den arrangierten Ehen unserer Vorfahren eine Absage: „Es ist doch etwas Schönes, dass die jungen Leute heute ihren Ehepartner auf der Basis gegenseitiger Liebe auswählen.“ Allerdings gehöre dazu eine gewisse Reife der Entscheidung, „nicht nur Anziehungskraft oder Gefühl eines Moments“. Es brauche, kurz gesagt, „einen Weg“.

„Die Verlobungszeit ist sozusagen die Zeit, in der die zwei Partner dazu aufgerufen sind, an ihrer Liebe zu arbeiten, gemeinsam und in die Tiefe gehend. Da lernt man sich allmählich immer besser kennen… Unterschätzen wir nicht die Wichtigkeit dieser Lehrzeit, sie ist eine schöne Aufgabe, die die Liebe selbst von uns verlangt, um nicht einfach nur gedankenloses Glück, emotionale Verzauberung zu sein. Der biblische Schöpfungsbericht stellt die ganze Schöpfung als ein schönes Werk der Liebe Gottes dar: ‚Gott sah‘ – so heißt es im Buch Genesis -, ‚was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut‘ (Gen 1,31). Erst am Schluss ‚ruhte‘ sich Gott dann aus. Aus diesem Bild verstehen wir, dass die Liebe Gottes, die am Ursprung der Welt steht, keine spontane Sache war, nein! Da steckt eine schöne Arbeit dahinter. Die Liebe Gottes schuf die konkreten Bedingungen für einen unwiderruflichen, soliden, zur Dauer bestimmten Bund.“

19. Katechese: Der Krieg ist die Ursache aller Armut, dennoch gründen Menschen eine Familie als Säule irdischen Lebens

Politik und Wirtschaft sind meistens geizig, wenn es darum geht, Familien zu unterstützen. Dies sei bemerkenswert, da sowohl die Gesellschaft als auch die Wirtschaft von der Existenz von Familien doch sehr profierten. Diese Kritik äußerte der Papst bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz. Am Mittwoch, am 3. Juni 2015 ging der Papst in seiner Katechsenreihe nochmals auf das bisherige Thema „Familie“ ein, schlug aber zugleich einen Bogen zu einer neuen Reihe, in der es um Armut gehen wird: „Die Familie hat schon viele Probleme, die ihr zu schaffen machen – und eine davon ist die Armut. Denken wir an die vielen Familien, die an der Peripherie der Metropolen leben, oder an jene, die in ländlichen Gebieten wohnen. So viel Elend, so eine Misere! Und dann kommen noch Kriege hinzu, die oft in jenen armen Gegenden geführt werden. Der Krieg ist die Mutter aller Armut!“ Dennoch seien oft arme Familie jene, die mit Würde versuchten, einen geregelten Alltag zu leben.

20. Katechese: Fürsorge für Kranke in der Familie ist heldenhaft

Die Pflege für kranke Angehörige in der Familie ist eine heroische Tat und geht oft mit großen Opfern einher. Das hat Papst Franziskus am Mittwoch, 10. Juni 2015 bei der Generalaudienz betont. Er rief Politik und Gesellschaft dazu auf, diese Arbeit zu würdigen und empfahl Eltern, ihre Kinder zu Fürsorge und Solidarität zu erziehen.  Eltern sollten ihren Kindern auch die „Welt der Kranken und des Leids“ zeigen, so der Papst in seiner Katechese auf dem Petersplatz. Franziskus ging auf das Thema „Familie und Krankheit“ ein, wobei es ihm um das Verhältnis von Familienangehörigen zu Kranken ging. Es sei wichtig, dass auch die Kirche dabei helfe, „ohne viele Worte“ ganz konkret und gezielt Kranke zu unterstützen.

21. Katechese: Der Verlust eines Kindes ist eine herzzerreißende, erschütternde Erfahrung

Der Umgang mit Verlust und Trauer in der Familie stand am Mittwoch, 17. Juni 2015 im Zentrum der päpstlichen Generalaudienz. Das Lukasevangelium erzählt vom Tod eines jungen Mannes aus Nain und von Jesu Mitleid für dessen Mutter, eine Witwe (vgl. Lukas 7, 11-15). Davon ausgehend führte Franziskus in seiner Katechese aus, was es bedeutet, „den Tod nicht das letzte Wort haben zu lassen“.

In der Familie erscheine der Tod eines Kindes oder Elternteils oftmals als „schwarzes Loch“, so Papst Franziskus. Wenn Eltern ihre Kinder überlebten, werde dies wie ein Widerspruch zum tiefsten Sinn der Familie selbst empfunden, als etwas Unnatürliches: „Der Verlust eines Sohnes oder einer Tochter ist, wie wenn die Zeit stehenbleibt: Es öffnet sich ein Schlund, der die Vergangenheit und die Zukunft verschlingt. Der Tod, der das kleine Kind mit sich nimmt, ist ein Schlag für die mit Freude gemachten Versprechungen, die Gaben und Opfer der Liebe an das Leben, das wir geboren haben. (…) Die ganze Familie ist wie gelähmt und zum Schweigen gebracht.“

22. Katechese: Familie ist nicht automatisch heile Welt – Verletzung und Beleidigung

Familie ist nicht automatisch heile Welt: „Verletzungen“ gibt es hier und „Beleidigungen“. Davon sprach Papst Franziskus am Mittwoch, 24. Juni 2015, bei seiner Generalaudienz. Viele Kinder litten darunter, wie ihre Eltern untereinander Bosheiten austauschten. Das sollten die Paare bei ihrer Zankerei bitte bedenken: Bosheiten, die man untereinander austausche, belasteten die ganze Familie.  Einander Schmerzen innerhalb einer Familie zuzufügen, sei „leider eine weitverbreitete Krankheit“, so der Papst.

„Wir wissen gut, dass in keiner Familiengeschichte diese Momente fehlen. Anstatt Liebe weiterzugeben, geschieht mit Wort, Tat oder Unterlassung das Gegenteil. Oder sogar noch schlimmer, man demütigt einander. Wenn diese Verletzungen, Beleidigungen vernachlässigt werden, solange man sie noch wieder gutmachen könnte, verschlimmert sich die Situation: Die Beleidigungen werden rücksichtloser, feindlicher und verachtend.“

Diese Spirale zerstöre schließlich die Verbindung zwischen Mann und Frau, betonte der Papst – sie zerstöre zudem die Seele der Kinder.  Oft werde der Fehler begangen, Kinder in solchen Fällen mit Geschenken zu bezirzen, aber so einfach sei das nicht, erklärte Franziskus. …

23. Katechese: Sie sind nicht exkommuniziert, sie sind ein Teil der Kirche

Papst Franziskus empfing nach der Sommerpause die Gläubigen am Mittwoch, 5. August 2015, erstmals wieder zur Generalaudienz, die nicht unter der sengenden Sonne auf dem Petersplatz, sondern in der Aula Paolo VI stattfand. Vor der Sommerpause hatte sich der Papst in seinen Katechesen intensiv mit den unterschiedlichen Aspekten der Familie befasst. Heute setzte er den Themenkreis fort und setzte sich mit dem Thema der Geschiedenen und Wiederverheirateten auseinander.

Er betonte, dass die Menschen, deren Ehe gescheitert sei und die schmerzliche Erfahrungen hätten machen müssen, unserer brüderlichen Aufnahme bedürften. „Sie sind nicht exkommuniziert“, stellte der Papst klar. Sie seien immer Teil der Kirche. Damit widersprach Papst Franziskus einigen anderslautenden Stimmen. Der Papst wies deutlich auf das Schicksal der Kinder hin, die besonders unter der Trennung der Eltern litten. Weitere Belastungen seien von den Kindern fernzuhalten. Es sei wichtig, so Papst Franziskus, dass die Kinder die Kirche als eine Mutter wahrnähmen, die zum Zuhören und zum Dialog bereit ist.

Papst Franziskus erklärte, dass die Kirche sich dessen bewusst sei, dass diese Lebenssituationen dem Sakrament der Ehe widersprächen, doch sei sich die Kirche ihrer Aufgabe bewusst, wie eine Mutter die Menschen anzunehmen, das Gute und die Erlösung der Menschen zu suchen. Daher sprach Papst Franziskus an die Pfarrer die Einladung aus, eine entsprechende Haltung an den Tag zu legen und die Türen allen Menschen zu öffnen. In der Kirche sei für jeden Platz. Den christlichen Familien komme die Aufgabe zu, den „verletzten“ Familien beizustehen.

24. Katechese: Feiertag ist nicht faul herumhängen, sondern dankbar sein

Papst Franziskus beharrt auf dem arbeitsfreien Sonntag. Feste und Feiertage seien Erfindungen Gottes und müssen viel mehr geschätzt und vor allem genutzt werden. Dazu hat Papst Franziskus an diesem Mittwoch während der Generalaudienz aufgerufen. Dabei ging es aber weniger um die Party und das rauschhafte feiern, Franziskus hat sich vielmehr das zur Ruhe kommen im Alltagsstress bezogen. Denn nicht nur die Arbeit, sondern auch das Gebet und das Fest sollen das Tempo des Familienlebens ausmachen.

„Also ein Feiertag bedeutet nicht faul in einem Stuhl herumzuhängen oder einen Rausch eines albernen Ausbruchs zu erleben. Das Fest ist vor allem ein liebevoller und dankbarer Blick auf die geleistete Arbeit- Es ist die Zeit die Kinder oder die Enkelkinder aufwachsen zu sehen und zu denken: wie schön! Es ist auch die Zeit, unser Zuhause anzuschauen, unsere Freunde, die wir bewirten, die Gesellschaft, die uns umgibt und zu denken: wie schön!“

Auch während der Arbeit könnten mal Feste dazwischen kommen. Da wären Geburtstage, Hochzeiten, Geburten oder auch Urlaube. Diese seien aber wichtig, sagt der Papst. Denn sie bringen Verschnaufpausen mit der Familie im Getriebe des Alltags. Das sei auch gut so, sagt Franziskus.

„Die echte Zeit des Feierns unterbricht die Arbeit und ist heilig, denn erinnert euch, dass Mann und Frau nach dem Ebenbild Gottes und nicht als Sklaven für die Arbeit gemacht wurden. Deshalb müssen wir nie Sklaven, sondern Herren der Arbeit sein. Das ist ein Gebot, ein Gebot, das jeden betrifft und niemanden ausschließt.“

25. Katechese: Arbeit ist heilig, Arbeit gibt einer Familie Würde

Die Arbeit ist heilig und die Basis des Gemeinwohls: Das war der Kern der Ansprache von Papst Franziskus an diesem Mittwoch in einer mehr als überfüllten Audienzhalle Paolo VI. Die Arbeit sei ein wichtiger Aspekt der Erhaltung der Familie und der Menschenwürde. Der Papst wolle sich während seiner Katechesereihe über die Familie vor allem diesem Themengebiet – der Arbeit – widmen. Jede Form von Arbeit, angefangen von der Hausarbeit, sorge auch für das Gemeinwohl:

„Über eine ernsthafte und ehrliche Person gibt es Nichts Schöneres zu sagen, als ‚er ist ein Arbeiter“, einer der arbeitet, ist einer der nicht auf die Kosten der anderen lebt. Heute sind viele Argentinier versammelt, und wir Argentinier sagen dazu: ‚No vive de arriba‘ [er lebt nicht von Geschenken].“

Den Stil eines arbeitsamen Lebens lerne man in erster Linie in der Familie, von Vater und Mutter, betonte der Papst. Der Apostel Paulus mahne ebenso dazu, von der eigenen Arbeit und nicht auf Kosten anderer zu leben. „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen“ (2. Thess 3,10). Das sei auch ein gutes Rezept zum Abnehmen, scherzte der Papst. Im christlichen Verständnis bilden Arbeit und geistliches Leben keinen Gegensatz. Gebet und Arbeit stünden in Einklang …

26. Katechese: Das Gebet sprudelt aus der Vertrautheit mit dem Wort Gottes

Nach der Reflexion darüber, wie die Familie die Zeiten der Feier und der Arbeit erlebt, wollen wir nun die „Zeit des Gebetes“ betrachten. Der von den Christen am häufigsten beklagte Aspekt betrifft gerade die Zeit: „Ich müsste mehr beten… ich möchte es auch tun, doch oft fehlt mir die Zeit dazu“. Diese Worte vernehmen wir ständig. Das Bedauern ist sicherlich aufrichtig, denn das menschliche Herz ist stets auf der Suche nach dem Gebet, auch unbewusst; wenn es dieses nicht zu finden vermag, hat es keinen Frieden. Damit eine Begegnung möglich wird, muss im menschlichen Herzen jedoch die „Wärme“ der Liebe zu Gott bewahrt werden; eine von Zuneigung geprägte Liebe. Wir können uns eine sehr einfache Frage stellen. Es ist in Ordnung, mit dem ganzen Herzen an Gott zu glauben, auf seine Unterstützung in Schwierigkeiten zu hoffen, eine Verpflichtung zum Dank an ihn zu empfinden. Aber verspüren wir dem Herrn gegenüber auch ein wenig Zuneigung? Sind wir beim Gedanken an Gott bewegt, verwundert, gerührt? Denken wir an den Wortlaut des großen Gebotes, das die Grundlage aller anderen darstellt:

„Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft“ (Dtn 6,5; vgl. Mt 22,37).

In diesen Worten wird die innige Sprache der Liebe verwendet und auf Gott ausgegossen. Der Geist des Gebetes wohnt vor allem dort. Und wenn er dort wohnt, so verweilt er die gesamte Zeit und geht niemals fort…

27. Katechese: Der Geist Gottes lässt Blumen in der Wüste entstehen

In seiner Katechese sprach der Papst in der Generalaudienz vom 2. September 2015 über die Weitergabe des Glaubens. Die Familie sei dafür der zentrale Ort: Die familiären Bindungen würden durch die Erfahrung des Glaubens und der Liebe Gottes verwandelt und mit einem größeren Sinn erfüllt. Die Familie weise über sich hinaus auf eine umfassendere Vater- und Mutterschaft hin:

„Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter“ (Mk 3,35).

Die familiären Bindungen in den Bereich des Gehorsams des Glaubens und des Bundes mit dem Herrn zu stellen, beschneide sie nicht, sondern schütze sie und befreie sie vom Egoismus. Ein familiärer Stil in den mitmenschlichen Beziehungen sei ein Segen für die Welt. Franziskus sprach in seinen Ausführungen insbesondere über die Rolle von Familien in modernen Großstädten:

„Der Bund der Familie mit Gott ist heute berufen, dem Vordringen der gemeinschaftlichen Wüsten in der modernen Gesellschaft entgegenzuwirken. Unsere Städte sind zu Wüsten geworden. Es fehlt an Liebe und Lächeln. Es gibt viele Unterhaltungsmöglichkeiten, viele Möglichkeiten, die Zeit zu vertreiben und Spaß zu haben. Aber es fehlt die Liebe. Wir müssen aus den Türmen und Kammern, in denen die Eliten sich verbarrikadiert haben, ausbrechen. Und wieder die Häuser und Räume der Vielheit aufsuchen, die offen für die Liebe der Familie sind.“

Wenn sich die Zuneigung in der Familie in ein Zeugnis für das Evangelium verwandeln ließe, werde Unvorstellbares möglich, und man könne Gottes Wirken mit der Hand greifen, so Franziskus.

„Das Lächeln einer Familie ist in der Lage, diese Wüste in unseren Städten zu besiegen. Das ist der Sieg der familiären Liebe. Verlieren wir nicht die Hoffnung. Wo es Familien mit Liebe gibt, sind sie fähig, mit ihrem Zeugnis für die Liebe das Herz einer ganzen Stadt aufzuwärmen.“

28. Katechese: Kirche muss stets ein offenes Haus sein

Papst Franziskus hat in seiner Generalaudienz vom Mittwoch, 9. September 2015, die Verbindung zwischen der Familie und der christlichen Gemeinde betrachtet. Es bestehe gleichsam eine „natürliche“ Verbindung, da die Kirche eine große geistliche Familie sei und die Familie eine Kirche im Kleinen. Die christliche Gemeinde begleite die Menschen durch die Jahrhunderte hindurch und schreibe sie so direkt dem Herzen Gottes ein. Die Familie sei der Beginn dieser unauslöschlichen Heilsgeschichte. Auch Jesus wurde in eine Familie geboren und teilte das Los der Menschen. Verwurzelt in der Gemeinschaft mit Gott rief er später selber eine Gemeinschaft zusammen. Darin liege auch die Bedeutung des Wortes „Kirche“. Christus forme die Kirche als einladende Gemeinschaft, die für alle Menschen offen sei, ohne Ansehen der Person. Ganz konkret sollten die beiden Orte, in denen sich unser christliches Leben vor allem vollziehe, Familie und Pfarrei, die Gestalt eines einladenden Hauses haben, so Franziskus.

„Die Gemeinschaft Jesu hat in den Evangelien die Gestalt einer gastfreundlichen Familie, nicht etwa einer exklusiven Sekte: Hier finden wir Petrus und Johannes, aber auch den Hungrigen und Durstigen, den Fremden und den Verfolgten, die Sünderin, die Pharisäer und die Verrückten. Jesus hört nicht auf, alle aufzunehmen und mit allen zu sprechen, auch mit jenen, die nicht mehr darauf hoffen, Gott zu treffen. Dies ist eine wichtige Lehre für die Kirche! Die Jünger selbst sind auserwählt, für diese Gemeinschaft Sorge zu tragen, für diese Familie aus Gästen Gottes.“ …

29. Katechese: Für einen neuen Bund zwischen Mann und Frau

Die Familie ist der „goldene Knoten“ für die Gesellschaft. Das sagte Papst Franziskus am Mittwoch, 16. September 2015 bei seiner Generalaudienz. Ein letztes Mal kreiste seine Mittwochskatechese um das Thema Ehe und Familie. Franziskus betonte die besondere Zeit, in der sich die Kirche momentan befindet: kurz vor dem Welttreffen der Familien in Philadelphia, und kurz vor der Bischofssynode in Rom. Beide werden die Bedeutung der Familie als Grundzelle jeder menschlichen Gemeinschaft unterstreichen. Der Papst hofft, damit einen Gegenakzent zur vorherrschenden Kultur zu setzen:

„Die Unterordnung der Ethik unter die Logik des Profits wird in diesem System mit enormen Mitteln und dem Rückhalt der Medien betrieben. Vor diesem Hintergrund wird ein neuer Bund zwischen Mann und Frau auch zur strategischen Frage für die Emanzipation der Völker von der Kolonisierung durch das Geld. Diese Allianz soll neue Kraft erhalten, um die Politik, die Wirtschaft und das Zusammenleben neu auszurichten. Sie entscheidet über die Bewohnbarkeit der Erde, über die Weitergabe des Lebensgefühls und über die Bindung an Erinnerungen und Hoffnung.“

Aus dem Glauben bezieht der Bund zwischen Mann und Frau nach den Worten des Papstes die Weisheit der Schöpfung Gottes: „Tatsächlich steht die Familie am Anfang, an der Basis der Weltkultur, sie rettet uns, bewahrt uns vor vielen, vielen Angriffen, viel Zerstörung, vielen Kolonisierungen, wie die durch Geld oder jene Ideologien, die die Welt so sehr bedrohen. Die Familie ist die Basis, um sich zu wehren!“ Familie und Ehe als Bollwerk sozusagen gegen die negativen Einflüsse in der Gesellschaft.

Die Ehe zwischen Mann und Frau steht am Anfang der Welt, und davor steht – natürlich – die Schöpfung. Auf diese kam Papst Franziskus zurück, denn sie war die grundlegende Inspiration seiner Meditation zu dieser Katechese. Gottes Zusage durch die Schöpfung sei nicht nur eine philosophische Prämisse, sondern zugleich der Horizont für Leben und Glauben.

„Die geschaffene Erde ist dem Mann und der Frau anvertraut: was da zwischen diesen geschieht, prägt alles und jeden. Ihre Ablehnung des göttlichen Segens führt fatalerweise in einen Größenwahn, der alles ruiniert. Genauer nennen wir das die „Erbsünde“. Wir alle sind in dieses Erbe hineingeboren.“ …

30. Katechese von Papst Franziskus über Ehe und Familie (während der Synode)

31. Katechese von Papst Franziskus über Ehe und Familie (während der Synode)

32. Katechese von Papst Franziskus über Ehe und Familie (während der Synode)

33. Katechese von Papst Franziskus über Ehe und Familie (nach der Synode)

34. Katechese von Papst Franziskus über Ehe und Familie (nach der Synode)

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