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Die Existenz außermenschlicher böser Gewalten und Mächte (Dämonen) und ihrer Wirksamkeit in der Welt ist eine (nichtdefinierte) Glaubenswahrheit (DS 800 1668 1694 1696; NR 295 642 696 698). Den Einfluß dieser Mächte wird man gerade nach der Schrift (z.B. Lk 13, 16; 1 Thess 2, 18; Hebr 2, 14) nicht erst dort anzunehmen haben, wo für eine mit den Methoden innerweltlicher Empirie arbeitende Vernunft „außergewöhnliche“ Phänomene neben und im Unterschied zu normalen (empirisch greif- und kontrollierbaren) Phänomenen gegeben sind. Vielmehr unterliegt auch gerade die „normale“, „natürlich“ erklärbare Kette von Abläufen in Natur und Geschichte einer übermenschlichen, auf das Böse gerichteten Dynamik dämonischer Mächte. Von da aus können und müssen Krankheit, Tod und das Selbstzerstörerische des menschlichen Daseins in jedem Fall auch als Ausdruck des Waltens dämonischer Mächte angesehen werden, gerade auch dort, wo sie von natürlichen Ursachen nächster Art kommen und mit natürlichen Mitteln bekämpft werden können und sollen. Von da aus ist es, religiös gesehen, weder möglich noch sonderlich belangvoll, eine genaue Grenze zwischen Besessenheit und natürlicher Krankheit zu ziehen, zumal letztere sowohl Symptom wie Einfallstor für jene sein kann. Es stellt sich auch darum nicht ein radikales Dilemma zwischen der Bekämpfung des Phänomens durch Exorzismus (= ein feierliches Gebet zu Gott im Namen und Auftrag Christi und der Kirche um seinen Schutz vor Unheilsmächten) oder Medizin, zumal jeder Christ auch in der „natürlichsten“ Krankheit um Gesundheit beten soll. Auch dort, wo ein Phänomen als Besessenheit im engeren Sinn anzusprechen ist, wird es sich um die Manifestation jenes grundsätzlichen dämonischen Machtbereiches handeln, die nur aufgrund der eben gerade hier „zugelassenen“ Umstände für uns greifbar wird, aber auch nur zeigt, was immer in der Welt da ist und darum die natürlichen Ursachen nicht ausschaltet, sondern sich ihrer zu den eigenen Zwecken bedient. Eine adäquate Scheidung zwischen dämonischem Einfluß einerseits, der Begriffs- und Vorstellungswelt eines Individuums, einer Zeit, den Anlagen, Krankheitsmöglichkeiten und sogar parapsychologischen Fähigkeiten anderseits ist nicht möglich. kthW

Praktische Regeln zur Erkenntnis der Antriebe und Eingebungen des göttlichen Geistes

Aus „De discretione spirituum“ von Kardinal Johannes Bona (1609-1674)

https://www.libriantichionline.com/seicento/bona_discretione_spirituum_1674
Praktische Regeln zur Erkenntnis der Antriebe und Eingebungen des göttlichen Geistes von von Kardinal Johannes Bona (1609-1674)

Sechs Geister gibt es, die man in drei zusammenfassen kann, in den göttlichen, teuflischen und menschlichen. Der göttliche Geist ist eine innere Anregung der Seele oder eine Eingebung, die von Gott kommt und zur Tugend und Heiligkeit antreibt. Diese göttliche oder innere Anregung oder Einsprechung kann auf verschiedene Art geschehen. Sie kann unmittelbar von Gott kommen oder mittelbar. Mittelbar ist sie, wenn sie uns durch die Engel oder durch fromme Menschen, durch die Stimme des Gewissens, durch gute Beispiele, geistliche Lesung, durch Leiden und Widerwärtigkeiten usw. zukommt. Es wäre eine sehr schlimme und gefährliche Unwissenheit, wenn wir die gute Einsprechung von der bösen nicht unterscheiden könnten. Praktische Regeln zur Erkenntnis der Antriebe und Eingebungen des göttlichen Geistes weiterlesen