Schlagwort-Archive: Teufel

Teufel ist im Verständnis der christlichen Theologie nicht eine bloße mythologische Personifizierung eines Bösen in der Welt, sondern hat ein existierendes Wesen, darf aber nicht als eigenständiger Gegenspieler Gottes verstanden werden; er ist absolut endliche Kreatur, deren Bösesein von der Macht, Freiheit und Güte Gottes umfangen bleibt. Die Lehre über den Teufel tritt wie die über die Dämonen im allgemeinen in der Schrift als naturale Voraussetzung und als Bestandteil menschlicher Erfahrung auf; als solches natürliches Wissen wird das Teufelsverständnis durch die Offenbarung des Sieges der Gnade Gottes in Jesus Christus und der erwirkten und weiterzuführenden Befreiung des Menschen von allen Herrschaften, Mächten und Gewalten zurechtgerückt. Wenn deutlich ist, daß die Teufelslehre aufgrund weit verbreiteter natürlicher Erfahrungen „von außen“ in die Offenbarung einwandert, ist leicht verständlich, daß die Teufelsauffassung viele geschichtliche, außerchristliche Elemente mit sich führt. Auf ihren Inhalt im Christentum gebracht, besagt die Lehre vom Teufel: Die Unheilssituation, die die Erlösung voraussetzt und überwindet, ist durch eine kreatürliche Freiheit gesetzt, die der individuellen menschlichen Freiheitsgeschichte vorausliegt. Diese endliche überindividuelle Freiheit ist zerrissen (Teufel von griechisch diabolos = der Auseinanderbringer, Widersacher) und konstituiert durch diese Uneinigkeit die menschliche Geschichte mit. Zur kirchlichen Lehre über den Teufel: Siehe Dämonen. kthW

Praktische Regeln zur Erkenntnis der Antriebe und Eingebungen des göttlichen Geistes

Aus „De discretione spirituum“ von Kardinal Johannes Bona (1609-1674)

https://www.libriantichionline.com/seicento/bona_discretione_spirituum_1674
Praktische Regeln zur Erkenntnis der Antriebe und Eingebungen des göttlichen Geistes von von Kardinal Johannes Bona (1609-1674)

Sechs Geister gibt es, die man in drei zusammenfassen kann, in den göttlichen, teuflischen und menschlichen. Der göttliche Geist ist eine innere Anregung der Seele oder eine Eingebung, die von Gott kommt und zur Tugend und Heiligkeit antreibt. Diese göttliche oder innere Anregung oder Einsprechung kann auf verschiedene Art geschehen. Sie kann unmittelbar von Gott kommen oder mittelbar. Mittelbar ist sie, wenn sie uns durch die Engel oder durch fromme Menschen, durch die Stimme des Gewissens, durch gute Beispiele, geistliche Lesung, durch Leiden und Widerwärtigkeiten usw. zukommt. Es wäre eine sehr schlimme und gefährliche Unwissenheit, wenn wir die gute Einsprechung von der bösen nicht unterscheiden könnten. Praktische Regeln zur Erkenntnis der Antriebe und Eingebungen des göttlichen Geistes weiterlesen